Freie Worte - Säkulare Feierkultur
     
 

Dokumentation, 60 min, Farbe, Regie: Michael Neubert

 
Man muß die Feste feiern wie sie fallen. Doch wie feiert man wichtige Lebensabschnitte, auf die die Kirche aus der Tradition heraus ein gewisses Monopol hat? Die Zivilehe vor dem Standesamt ersetzt bei vielen Paaren eine weiße Hochzeit. Doch viele Menschen, die keiner Kirche angehören, möchten auf stilvoll ausgestaltete und –geschmückte Feiern mit sinngebenden Riten nicht verzichten.
 
 
   
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Ob nun die Geburt eines Kindes, der Eintritt ins Erwachsenenalter eines Jugendlichen oder die eigene Hochzeit in den Mittelpunkt rückt oder ein Angehöriger auf seiner Totenmesse geehrt wird, immer ist Bedarf an Zeremonienmeistern.

 

 
 
     
 
   
  Beispielhaft für Deutschland findet sich in und um Nürnberg ein Kreis aktiver Freidenker und aufgeklärte Institutionen, die säkulare Feiern verschiedenster Art durchführen. Vielfach berichteten die Medien über diese Dienstleistungen. Dennoch ist vielen Bürgern gänzlich unbekannt, daß es Feierredner gibt und zur Aufnahme in die Erwachsenengesellschaft humanistische Jugendfeiern veranstaltet werden, die mit DDR-Nostalgie rein gar nichts am Hut haben.
 
     
 
   
  Ich habe einen Frühling und Sommer Feierredner, Bestatter, Trauerbegleiter, Humanisten, Jugendliche und Hochzeitspaare sowie Angehörige Verstorbener begleitet. Obwohl diese sich von den Kirchen abwendeten oder nie zu ihnen Kontakt hatten, war der Durst nach Sinn, Werten und nach tröstenden Worten in wichtigen Stunden, die Lebensabschnitte markieren, groß.
 
     
 
   

Individuell auf jeden Menschen sollen die Feiern zugeschnitten sein und der festliche Rahmen den religiösen Feiern in nichts nachstehen. Der philosophische Hintergrund der Veranstalter von säkularen Feiern reicht von Agnostikern, die lediglich keine Beweise für Gott sehen, über ehemalige Theologen und von Atheisten bis zu Humanisten.

 
 
     
 
   
 

Überraschend zeigt sich eine bunte und einfallsreiche Feierkultur, die nicht aus der Not geboren ist, sondern eine individuelle Mischung aus dem Reichtum humanistischer Denker, sinngebender Riten mit unverfänglichen Traditionen ist. Eine Umschau bei diesen Feiern gibt einen Einblick, was von den Menschen heute schon gewünscht wird, aber von den großen, traditionsreichen, religiösen Institutionen noch nicht angeboten wird.

 
     
 
   

Die Pflanzung eines Baumes bei einer Lebensbegrüßung erscheint so in einem gänzlich anderen Licht und manche Spiele nach einer Hochzeit im Planetarium erzählen ihre eigene Geschichte.

Offenkundig zeigt sich, daß die Menschen manchmal schon weiter sind als die Riten ihrer Gesellschaft und Institutionen.